Erich Irlstorfer

Mitglied des Deutschen Bundestages - Ausschuss für Gesundheit

Impfpflicht versus Impfberatung

04. Juli 2017

Am 28. Juni 2017 lud Erich Irlstorfer, MdB zu einem Parlamentarischen Frühstück im Deutschen Bundestag ein, das sich mit der Thematik Impfpflicht und Impfberatung beschäftigte. Damit konnte das Thema Impfen zum Abschluss der 18. Legislaturperiode noch einmal mit Impf-Experten, Abgeordneten des Deutschen Bundestages und Vertretern der Krankenkassen diskutiert werden. Darüber hinaus war auch ein Vertreter des Verbandes Libertas & Sanitas zu Gast, der die Impfthematik kritisch bewertete.

Erich Irlstorfer erläuterte eingangs die Notwendigkeit von Schutzimpfungen gerade bei kleinen Kindern sowie Jugendlichen und verwies dabei auf die Verbesserungen, welche die Bundesregierung in dieser Legislatur vorgenommen habe. In diesem Zusammenhang nannte er das im Jahr 2015 verabschiedete Präventionsgesetz, das die Eltern zu einem Nachweis einer Impfberatung bei der Kita verpflichtet. Allerdings oblag es bis vor kurzem der Kita ob sie eine fehlende Impfberatung der Eltern an das Gesundheitsamt meldeten oder nicht. Erst das Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten verpflichtete die Kitas zu dieser Maßnahme.

Dr. Andreas Löschmann von dem pharmazeutischen Unternehmen Pfizer gab den Teilnehmern anschließend eine kurze Einführung in die derzeitige Situation zum Impfschutz in Deutschland. Er wies darauf hin, dass die Impfquoten hierzulande durchaus einen positiven Trend aufzeigten, allerdings im Bereich der frühkindlichen Prävention noch Impflücken zu verzeichnen seien, die es zu schließen gelte.

Herr Fridrich vom Verband Libertas & Sanitas sprach die teilweise unzureichende Dokumentation von Impfproblematiken bei der Ärzteschaft an, die in der Aufklärung und letztendlich in der Versorgung besser berücksichtigt werden müsse. Allerdings sei sein Verband nicht grundsätzlich Schutzimpfungen gegenüber ablehnend eingestellt. Dennoch müsse man Nebenwirkungen von Schutzimpfungen kritisch benennen dürfen.

Erich Irlstorfer und seine Kollegen der Unionsfraktion betonten einmal mehr, dass für sie der Impfschutz in der Gesundheitsprävention eine entscheidende Rolle spielt. Allerdings gelte es das individuelle Recht auf körperliche Unversehrtheit zu waren. Der Stellenwert der informierten Eigenverantwortung des Patienten sei ein hohes Gut, das bei einer Impfpflicht fallen gelassen würde. Eine Impfpflicht dürfe lediglich die Ultima Ratio sein, wie beispielsweise bei Pandemien, und müsse gegenüber Aufklärung und Beratung nachrangig behandelt werden. Erich Irlstorfer bedankte sich für die den konstruktiven Austausch und die Bereitschaft aller Akteure sich zu diesem Thema an einen Tisch zu setzen. Ein solcher Diskurs in der Sache sei notwendig, um als Politik auch die Sichtweise von Außenstehenden zu erhalten.